Jeffrey Tate, Dirigent

Daniel Landau, Videoinstallation (Welturaufführung)

Francesco Tristano, Klavier

Barnabas Kubina, Horn

Alexander Radziewski, Xylorimba

Frank Tackmann, Glockenspiel
Messiaen: 'Des Canyons aux Étoiles'
für Klavier, Horn, Xylorimba, Glockenspiel und Orchester
Das erste Konzert jeder Saison der Hamburger Symphoniker ist seit nunmehr sechs Jahren besonders aufwändig und insofern von besonderer Bedeutung, als es für die Saison - ohne dieser ein Thema oder auch nur einen dramaturgisch fassbaren Leitfaden geben zu wollen - einen durch ästhetische Assoziation nachvollziehbaren Ausgangspunkt zu schaffen gedenkt.
Das Eröffnungskonzert der Saison 2010/2011 übertrifft alles bisher Dagewesene. Die Hamburger Symphoniker haben im Zusammenhang mit der Aufführung eines der vielschichtigsten Werke der modernen Konzertliteratur, Olivier Messiaens
Des Canyons aux Étoiles, ein neues Kunstwerk in Auftrag gegeben:
Ausgangspunkt war die Überlegung Maestro Jeffrey Tates, dass Messiaens Stück, das als Auftrag der legendären Mäzenin Alice Bigelow Tully zum 200. Geburtstag der USA komponiert wurde, und das die zeitlose Schönheit der nordamerikanischen Natur beschwört, quasi am Vorabend des Jahres 2011, in dem Hamburg Europäische Umwelthauptstadt - 'European Green Capital' - sein wird, nicht unreflektiert aufgeführt werden kann. Wünschenswert schien es vielmehr, das Werk, das Messiaens
ganz eigener Mystik viel Raum lässt und in gewisser Weise den Auftrag, den Unabhängigkeitstag der USA zu feiern, unterwandert, in einem neuen ästhetischen Zusammenhang zu spielen.
Aus diesen Überlegungen ist die Idee entstanden, eine Videoinstallation in Auftrag zu geben, die die Komplexität der Musik nicht auflöst, sie vielmehr visuell reflektiert und dadurch ihre Aktualität unterstreicht.
Durch die Vergabe eines Auftrags an einen Videokünstler gehen die Hamburger Symphoniker neue Wege. Wir unterstreichen dadurch unsere Vorreiterrolle in der Szene der klassischen Symphonieorchester. Als Videokünstler für dieses Projekt konnte einer der ganz wenigen Künstler gewonnen werden, der sich spezifisch mit der Verbindung von klassischer Musik und visueller Kunst auseinandersetzt. Der in Israel geborene Daniel Landau hat die meisten Videoinstallationen seiner Schwester Sigalit Landau, der das New Yorker Museum of Modern Art bereits im Jahr 2008 eine Sonderausstellung gewidmet hat, produziert. Daniel Landau, der selbst auch Komponist ist, hält eine Vorreiterstellung im Bereich der Verwendung von Video und Filmkunst auf der Theaterbühne inne.