

Jeffrey Tate studierte ursprünglich Medizin an der Universität von Cambridge und praktizierte drei Jahre als Augenchirurg, bevor er dem musikalischen Mitarbeiterstab des Royal Opera Houses in Covent Garden beitrat und so seine professionelle künstlerische Karriere begann. Er assistierte Sir George Solti in London, Sir John Pritchard in Köln, Pierre Boulez beim Jahrhundert-Ring bei den Bayreuther Festspielen und Herbert von Karajan in Salzburg. Nach seinem Debüt als Dirigent mit Carmen an der Göteborger Oper 1978 gelangte er schnell zu internationalem Ruhm. Seitdem hat Jeffrey Tate mit jedem großen Orchester der Welt zusammengearbeitet und dirigiert regelmäßig in den führenden Opernhäusern und auf Festivals weltweit. Er spielte eine Vielzahl von Tonaufnahmen ein: Ohne Zweifel ist er einer der überragenden Interpreten der Musik von Wagner und Strauss. Er prägte einen eigenen, unverwechselbaren und viel gerühmten Stil der Interpretation klassischer und romantischer Musik und wird wie kaum ein anderer Dirigent mit der englischen Musik des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts identifiziert. Jeffrey Tate leitete zahlreiche Uraufführungen und legt großen Wert auf die Einbindung zeitgenössischer Musik in seine Programme.
Einspielungen mit Jeffrey Tate
In den Jahren 1982/83 gab Maestro Jeffrey Tate sein Debüt als Dirigent am Royal Opera House (wo er seitdem Produktionen wie Idomeneo, Manon, Così fan tutte, Capriccio, Fidelio, Carmen, Lohengrin und Les Contes d’Hoffmann dirigierte), an der Met in New York (wo er seither ein vielfältiges Repertoire von Don Giovanni über Lulu bis hin zu Mahagonny betreute) und debütierte mit dem English Chamber Orchestra in London. 1985 wurde er zum Chefdirigenten des English Chamber Orchestra ernannt und schaffte es, in den folgenden Jahren den internationalen Ruf des Orchesters als eins der führenden Kammerorchester der Welt zu etablieren. Gemeinsam mit dem English Chamber Orchestra nahm er unter anderem alle Haydn- und Mozart-Symphonien für die EMI auf, ebenso wie alle Klavierkonzerte von Mozart, zusammen mit Mitsuko Uchida als Solistin. Ebenfalls 1985 dirigierte er die Weltpremiere von Henzes Il Ritorno d’Ulisse bei den Salzburger Festspielen. Zwei Jahre später die Weltpremiere von Rolf Liebermanns Der Wald in Genf.
Maestro Tate wurde 1989 sowohl zum musikalischen Leiter des Rotterdams Philharmonisch Orkest als auch zum Ersten Gastdirigenten des Orchestre National de France ernannt. Gemeinsam mit diesem Orchester gelang ihm 1994 die erste komplette Aufführung von Wagners Der Ring des Nibelungen in Paris seit 1945. Dieselbe Produktion wurde 2004 in Adelaide erneut unter der Leitung des Maestros aufgeführt – der erste Ring, der jemals in Australien gezeigt wurde. Seine neue Produktion des Rings in Köln (die zurzeit im La Fenice in Venedig wieder zu sehen ist) wurde international ebenfalls gefeiert.
Im Jahr 1991 wurde Maestro Jeffrey Tate zum ersten Gastdirigenten des Royal Opera House Covent Garden ernannt. Außerdem dirigierte er zahlreiche Aufführungen an der Bastille und am Châtelet in Paris und hat 1996 das Palais Garnier mit Così fan tutte wiedereröffnen dürfen. Sein überaus erfolgreiches Debüt an der Scala in Mailand hatte er im Jahr 2000 – und wird seitdem regelmäßig wieder dorthin eingeladen.
Maestro Tate pflegt enge Beziehungen zu Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Rundfunk-Symphonie Orchester Berlin, dem London Symphony Orchestra, den Dresdner Philharmonikern, dem Boston Symphony Orchestra, dem Cleveland Orchestra, dem Los Angeles Philharmonic Orchestra, dem Minnesota Orchestra, den Kungliga Filharmonikerna, dem DR Sinfoni Orchestret, dem Mozarteumorchester in Salzburg, dem Maggio Musicale Fiorentino, der Accademia Nazionale di Santa Cecilia, dem Orchestre de Paris, dem Toronto Symphony Orchestra, dem Orchestre Symphonique de Montréal, dem Sydney Symphony Orchestra sowie dem Yomiuri Nippon Symphony Orchestra.
Zukünftige Projekte sind unter anderem der Rosenkavalier im Teatro Real in Madrid, Ariadne auf Naxos, Don Giovanni und der Rosenkavalier an der Wiener Staatsoper sowie The Rake’s Progress an der Bastille in Paris.
Seit 2001 ist Maestro Tate Ehrendirigent des Orchestra Sinfonica Nazionale della Rai. 2005 wurde er Musikdirektor des ältesten Opernhauses der Welt, des Teatro San Carlo in Neapel.
In den Jahren 2001, 2002 und 2010 erhielt Jeffrey Tate den 'Franco Abbiati'-Preis (den renommiertesten Musikkritiker-Preis Italiens) für seine Arbeit mit dem Orchestra Sinfonica Nazionale della Rai und für seine Arbeit am Teatro San Carlo in Neapel.
Jeffrey Tate ist 'Chevalier de la Légion d’Honneur', 'Chevalier des Arts et des Lettres' sowie 'Commander of the British Empire'. Seit Beginn der Spielzeit 2009/2010 ist er Chefdirigent der Hamburger Symphoniker.