

Maestro Jeffrey Tate ist der Chef-Dirigent der Hamburger Symphoniker seit der Saison 09|10
Jeffrey Tate zählt heute zu den renommiertesten und vielseitigsten britischen Dirigenten seiner Generation. Bevor er sich für die Musik entschied, absolvierte er in Cambridge ein Medizinstudium, das er mit dem Doktorat abschloss. Seine künstlerische Laufbahn begann er im Stab des Royal Opera House Covent Garden in London. Zu einer prägenden Erfahrung wurde für ihn der Jahrhundert-Ring bei den Bayreuther Festspielen, bei dem er als Assistent von Pierre Boulez mitwirkte. Auf dieser Basis entwickelten sich später Tates viel beachtete eigene Einstudierungen der Ring-Tetralogie in Köln und Paris (mit dem Orchestre National de France). Die Pariser Produktion wurde anschliessend von der Australian Opera in Adelaide übernommen und machte als erste komplette Ring-Aufführung in Australien Geschichte. Neben den Musikdramen Wagners bilden heute die Werke Mozarts einen Schwerpunkt in seinem vielfältigen Repertoire.
Jeffrey Tates erste eigene Einstudierung war Carmen in Göteborg. Nach diesem erfolgreichen Début machte er rasch international Karriere als Opern- wie als Konzertdirigent. In Paris wurde er am Théâtre du Châtelet für Lulu und Peter Grimes verpflichtet, an der Opéra Bastille dirigierte er Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, Wozzeck und Billy Budd, im Palais Garnier anlässlich der Wiedereröffnung des renovierten Hauses Così fan tutte. Die Covent Garden Opera übertrug ihm Neuproduktionen von Idomeneo, Manon, Così fan tutte und Capriccio sowie Wiederaufnahmen von Fidelio, Carmen, Lohengrin und Les Contes d’Hoffmann. Auch an der New Yorker Metropolitan Opera betreute Jeffrey Tate ein breites Repertoire von Don Giovanni über Lulu bis Mahagonny. Eine enge Verbindung ist er ausserdem mit dem Genfer Grand Théâtre eingegangen, wo er Orpheus, Lulu, Le Nozze di Figaro, The Turn of the Screw und Ariadne auf Naxos dirigierte.
Ein oft und gern gesehener Gast ist Jeffrey Tate in Italien. Auf sein gefeiertes Scala-Début mit Peter Grimes folgten in Mailand Der Rosenkavalier, Tannhäuser und Ariadne auf Naxos. Im Teatro La Fenice in Venedig dirigierte er Walküre und Siegfried. Das Teatro San Carlo in Neapel berief ihn nach der mit dem italienischen Musikkritikerpreis Franco Abbiati 2002 ausgezeichneten Einstudierung von Humperdincks Königskindern im Jahr zum Musikdirektor. Neben Le Nozze di Figaro, Die Walküre, Falstaff, Candide, L’Enfant et les Sortilèges, Peter Grimes und Entführung aus dem Serail leitete er in Neapel auch zahlreiche Konzerte. Als nächste Opernproduktion wird hier La Clemenza di Tito folgen.
Im Konzertbereich hat Jeffrey Tate mit praktisch allen grossen Orchestern zusammengearbeitet, darunter die Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI in Turin, der er als Direttore onorario verbunden ist, das London Symphony, die Berliner Philharmoniker, das Mozarteum-Orchester Salzburg, das Niederösterreichische Tonkünstlerorchester, die Dresdner Philharmoniker, das Orchester des Maggio Musicale Fiorentino, die Accademia Nazionale di Santa Cecilia Rom, das Dänische Radio-Orchester, das Orchestre de Paris, die Yomiuri Nippon Symphony, das Boston Symphony Orchestra, das Cleveland Orchestra sowie die Sinfonieorchester von Toronto, Montreal, Melbourne und Sydney.
Einspielungen mit Jeffrey Tate
Jeffrey Tates umfangreiche Diskographie umfasst u. a. Arabella, Hänsel und Gretel, Les Contes d’Hoffmann und Lulu, Mozarts Klavierkonzerte mit Mitsuko Uchida, sämtliche Mozart-Sinfonien mit dem English Chamber Orchestra, die wichtigsten Ochesterwerke Elgars mit dem London Symphony Orchestra sowie die Gesamtaufnahme von Mendelssohns Sommernachtstraum mit den Rotterdamer Philharmonikern. Für seine künstlerischen Verdienste ist Tate in Frankreich mit dem Titeln eines Chevalier de la Légion d’Honneur und eines Chevalier des Arts et des Lettres ausgezeichnet worden, in Grossbritannien mit dem CBE (Commander of the British Empire).
Seit Beginn der Saison 2009/10 widmet sich Jeffrey Tate vorrangig seinem Amt als Chefdirigent der Hamburger Symphoniker. Daneben stehen in seinem Terminkalender weiterhin Gastverpflichtungen in Oper und Konzert, darunter Rosenkavalier in Madrid, Ariadne auf Naxos, Don Giovanni und Rosenkavalier an der Wiener Staatsoper, Fliegender Holländer in London, Rake’s Progress in Paris und Rheingold in Venedig sowie zahlreiche Konzerte mit der Orchestra della RAI Turin.
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