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C. Debussy - 'Images pour orchestre'
Bis heute
wird Claude Debussy als der Hauptvertreter des musikalischen Impressionismus eingeordnet. Gegen die Etikettierung mit diesem aus der Malerei entlehnten Begriff hat sich der Komponist stets gewehrt: "Die Dummköpfe nennen es 'Impressionismus' - ein Begriff, der so schlecht angewandt ist wie nur irgend möglich!" Für ihn ging es nicht um bloße Abbildung der Realität, sondern um die Erschaffung von Stimmungs-Bildern: "Die Musiker sind dazu ausersehen, den ganzen Zauber einer Nacht oder eines Tages, der Erde oder des Himmels einzufangen. Sie allein können ihre Atmosphäre oder ihren ewigen Puls erwecken."

Zur Erreichung dieses Ziels entwickelte Debussy eine vollkommen neue Musiksprache, in der Nuancenreichtum, feinste Abstufung des Klanges und fließende, verschwimmende Konturen bedeutender sind als Verarbeitung von Motiven. Diese Musiksprache verwendete Debussy etwa in La mer oder im Prélude à l’après-midi d’un faune. In den deutlich später komponierten Images pour orchestre dagegen ist die Musik klarer gezeichnet und konturenschärfer, weshalb sie bisweilen mit derjenigen von Maurice Ravel verglichen wird. Debussy selbst beschrieb das Orchester der Images als klingend "wie ein Kristall" und "leicht wie eine Frauenhand".

Die Bilder für Orchester entstanden über einen längeren Zeitraum in den Jahren von 1905 bis 1912. Ursprünglich waren sie nicht als zusammenhängender Zyklus konzipiert. Die Partitur des ersten Teils, Gigues, wurde sogar von Debussys Schüler André Caplet vollendet und instrumentiert. Während dieses Stück von einer englischen Herbstlandschaft inspiriert ist und das letzte, Rondes de printemps, das Erwachen des französischen Frühlings unter anderem durch ein altes volkstümliches Mailied ausdrückt, führt uns der mittlere, in sich dreiteilige Abschnitt auf die iberische Halbinsel. Seine beiden Außenteile stellen spanisches Temperament im Bolero-Rhythmus (Auf den Straßen und Wegen) bzw. als langsam näherrückenden Marsch (Der Morgen eines Festes) dar. Der Mittelteil dagegen fängt als unendlich verlangsamte Habanera atmosphärisch dicht die Düfte der Nacht ein. Er ist die konsequente Fortsetzung des Cancionero de pedrell von Roberto Gerhard, der die Klänge seiner spanischen Heimat in den Mittelpunkt seines Liederzyklus stellte. [Dr. Wolfgang Doebel]

Achille-Claude Debussy

* 22. August 1862 in Saint-Germain-en-Laye
25. März 1918 in Paris

Images pour orchestre

Entstehung  1905 bis 1912
Besetzung  Großes Orchester mit Schlagzeug, Celesta, Glocken und Harfen
Uraufführung  26. Januar 1913, Leitung: Claude Debussy
Erstdruck  Verlag Durand & Cie., Paris 1910/1913
Spieldauer  Nr. 1 - 'Gigues': Ca. 7 Minuten, Nr. 2 - 'Iberia': Ca. 21 Minuten, Nr. 3 - 'Rondes de printemps': Ca. 8 Minuten

Debussy erleben Sie in diesen Konzerten

Samstag, 20. Februar 2010
6. Symphoniekonzert     19.00     Laeiszhalle, Großer Saal
Dirigent:
Jeffrey Tate

Hillevi Martinpelto, Sopran
Debussy
'Images pour orchestre'
Britten
'Quatre Chansons Françaises'
Debussy
'Images pour orchestre'
Gerhard
'Cancionero de Pedrell'
Debussy
'Images pour orchestre'
 
 
Sonntag, 21. Februar 2010
6. Symphoniekonzert     19.00     Laeiszhalle, Großer Saal
Dirigent:
Jeffrey Tate

Hillevi Martinpelto, Sopran
Debussy
'Images pour orchestre'
Britten
'Quatre Chansons Françaises'
Debussy
'Images pour orchestre'
Gerhard
'Cancionero de Pedrell'
Debussy
'Images pour orchestre'