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R. Gerhard - 'Cancionero de Pedrell'
Roberto Gerhard
wurde 1896 im katalanischen Städtchen Valls im spanischen Nordosten geboren. Sein Vater, der in Valls eine Weinhandlung betrieb, stammte aus der Schweiz, seine Mutter aus dem Elsass. Ab 1915 studierte er in Barcelona bei Enrique Granados Klavier und von 1916 bis 1921 bei Felipe Pedrell Komposition. 1923 ging er nach Wien, um bei Arnold Schönberg zu studieren. Zu dieser Zeit hatte Schönberg gerade seine ersten Werke in der von ihm entwickelten Zwölfton-Methode veröffentlicht. Als Schönberg eine Professur an der Hochschule für Musik in Berlin erhielt, folgte Gerhard ihm und schloss sein Studium 1928 ab. Danach war er zunächst in Barcelona als Musikprofessor tätig, bevor er ab 1932 als Leiter der Musikabteilung an der Katalanischen Bibliothek und als Herausgeber katalanischer Musik des 18. Jahrhunderts arbeitete. Ende der Dreißigerjahre ging Gerhard wegen des spanischen Bürgerkrieges erst nach Paris und von dort nach England. Durch ein Forschungsstipendium kam er nach Cambridge, wo er eine neue Heimat fand.

Gerhards Werk hat im Laufe seines über 70 Jahre langen Lebens mehrere Entwicklungsstufen durchlaufen. Begann er mit spätromantisch-impressionistischer Musik und fühlte er sich in den Zwanzigerjahren dem Kreis um Schönberg verpflichtet, fand er erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu seinem eigentlichen Stil, indem er Avantgarde-Techniken wie serielle oder elektronische Musik mit den Traditionen seiner spanischen Heimat verband.

Den Cancionero de Pedrell komponierte Gerhard anlässlich des 100. Geburtstages seines alten Lehrers Felipe Pedrell (1841-1922), der als Vater der spanisch-katalanischen Nationalmusik und Begründer der spanischen Musikwissenschaft gilt. Neben Roberto Gerhard gingen auch Isaac Albéniz, Manuel de Falla und Enrique Granados aus seiner Schule hervor. Pedrell komponierte neben Opern, Chorwerken und Salonmusik auch zahlreiche Zarzuelas, die spanische Form der Operette mit originalen Volksliedern und populären Schlagern.

Die Melodien der acht Lieder des Cancionero entnahm Gerhard Pedrells 1902 komponierter vieraktiger Oper La Celestina. Die Lieder, die Pedrell in verschiedenen Regionen Spaniens gesammelt hatte, handeln vom Glück und Unglück der Liebe. Gerhard stellte die einzelnen Strophen neu zusammen und bewahrte durch seine Bearbeitung den typischen Tonfall spanischer Volksmusik. [Dr. Wolfgang Doebel]

Roberto Gerhard

* 25. September 1896 in Valls (Katalonien)
5. Januar 1970 in Cambridge

Cancionero de Pedrell

Entstehung  1941/42
Besetzung  Kammerorchester mit Schlagzeug, Harfe und Klavier
Widmung  Der Schweizer Sopranistin Sophie Wyss gewidmet
Uraufführung  17. Oktober 1942, London, Wigmore Hall, Sopran: Sophie Wyss, Leitung: Leslie Bridgewater
Erstdruck  Keith Prowse Music Publishing Co. Ltd., London 1957
Spieldauer  Ca. 18 Minuten

Gerhard erleben Sie in diesen Konzerten

Samstag, 20. Februar 2010
6. Symphoniekonzert     19.00     Laeiszhalle, Großer Saal
Dirigent:
Jeffrey Tate

Hillevi Martinpelto, Sopran
Debussy
'Images pour orchestre'
Britten
'Quatre Chansons Françaises'
Debussy
'Images pour orchestre'
Gerhard
'Cancionero de Pedrell'
Debussy
'Images pour orchestre'
 
 
Sonntag, 21. Februar 2010
6. Symphoniekonzert     19.00     Laeiszhalle, Großer Saal
Dirigent:
Jeffrey Tate

Hillevi Martinpelto, Sopran
Debussy
'Images pour orchestre'
Britten
'Quatre Chansons Françaises'
Debussy
'Images pour orchestre'
Gerhard
'Cancionero de Pedrell'
Debussy
'Images pour orchestre'