

Ludwig van Beethoven reiste zum ersten Mal im Frühjahr 1787 nach Wien. Nach mehreren Treffen mit Mozart musste er den Plan, bei diesem Unterricht zu nehmen, aber noch im Sommer 1787 aufgeben, da Krankheit und Tod der Mutter ihn zur Rückreise nach Bonn zwangen. Erst fünf Jahre danach bot sich erneut die Chance, aus der Provinz am Rhein in die musikalische Weltmetropole an der Donau zu wechseln. 1792 lernte Beethoven Joseph Haydn kennen, der auf der Rückreise von seinem ersten Englandaufenthalt im Juli in Bonn Station machte und den hoch Begabten als Schüler annahm. Noch im November desselben Jahres verließ Beethoven Bonn für immer, um in Wien Karriere als Pianist und Komponist zu machen. Hier entstanden mit den ersten Klaviertrios, Klaviersonaten und Streichquartetten schon bald Werke, die die sich bereits in Bonn abzeichnende rasche Entwicklung des jungen Genies fortsetzten. Es folgten die ersten beiden Klavierkonzerte und, 1799 bis 1802, auch die ersten beiden Symphonien. In diese Zeit fällt das dritte Klavierkonzert, das noch nicht, wie das vierte oder fünfte Konzert (1805 bzw. 1809), in Beethovens mittlere, heroische Schaffensphase gehört, wenngleich es sich schon deutlich von den ersten beiden Konzerten unterscheidet. Zwar ist Mozarts Vorbild auch hier noch unverkennbar, wenn etwa das Anfangsthema unüberhörbar auf den Beginn von Mozarts Klavierkonzert c-Moll anspielt, die wichtige Rolle des Orchesters aber weist bereits in die Zukunft. Das dritte Klavierkonzert ist das einzige von Beethoven in einer Moll-Tonart, noch dazu in derselben Tonart wie die Klaviersonate Pathetique op. 13 oder die 5. Symphonie - beides Werke, die nicht zuletzt von Beethoven selbst mit Tragik und Schicksalhaftigkeit in Verbindung gebracht wurden. Hier bedeutet das c-Moll allerdings "Ernst und Moral als Kraft der Menschen, die sich vor anderen auszeichnen." (Beethoven). Somit ist c-Moll hier eher das ernste Gegenstück zur Durchsetzungskraft der Eroica. Dazu passt, dass das erste Thema zu Beginn streng, fast karg, in c-Moll erscheint, um kurz darauf vom ganzen Orchester in kraftvollem Es-Dur wiederholt zu werden. Auch im weiteren Verlauf des Konzertes werden immer wieder Kontraste zum Moll gesetzt. Das Largo entführt uns in eine entrückte Traumwelt in E-Dur. Das anschließende Rondo führt zunächst in die c-Moll-Realität zurück, hellt sich aber in seiner Coda vollends nach C-Dur auf.
Ludwig van Beethoven
* 16. Dezember 1770 in Bonn
† 26. März 1827 in Wien
Entstehung 1799 bis 1803 in Wien
Widmung Gewidmet Prinz Louis Ferdinand von Preußen
Uraufführung 5. April 1803 in Wien, Theater an der Wien, Solist: Ludwig van Beethoven
Erstdruck Kunst- & Industriekontor Wien 1804
Spieldauer ca. 35 Minuten